Picture of the day:
Die Nacht war laut und abgasgeschwängert. Irgendwie macht das Übernachten in Städten für uns einfach keinen Sinn. Es ist Schlamassel reinzukommen, Schlamassel rauszukommen und dazwischen sieht man auch nix von der tollen Stadt, weil man nur noch schnell was Essen geht. Das haben wir jetzt also mal wieder für uns rekapituliert.
Nachdem die Mopeds aus der Garage geholt sind (kostet 10 Eur dieses Mal) wollen wir erstmal Öl suchen. Das benötigte 15W50 gibt es kaum irgendwo, das Problem hatten wir schon in Italien. Aber wenn wir schon in der Stadt sind haben wir vielleicht ne Chance. Eine Motorradwerkstatt und einen Teileverkauf später wissen wir, dass wir kein Glück haben. Wir wollen halt eigentlich vermeiden extra dafür nach Sevilla rein zu müssen. Naja, noch brauchen wir es nicht.
Also erstmal wieder losstarten. Antequera liegt super schön, deshalb ist es sofort wieder fotogen. Hier z.B. mit Ummengen Klatschmohn.
Wir müssen erstmal wieder auf unsere Route zurück, von der wir zwecks Übernachtung abgefahren sind.
Zurück auf der Route geht dann nach El Chorro. EL Chorro ist ein bekanntes Winterklettergebiet in dem ich aber noch nie war. Aber wenn ich jemandem empfehlen würde eine tolle Motorradroute zu bauen: man muss einfach einen Kletterführer aus dem Land besorgen und die Klettergebiete miteinander verbinden. Das sind immer die absolut schönsten Landchaften.
Hinter dem Ort wird es besonders schön, hier gibt es diese faszinierenden Felsformationen
Dann kommt die Strasse von Alozaina über Yunquera nach El Burgo die uns zweimal empfohlen wurde. Unfassbar. Man müsste Eintritt verlangen, um diese Strasse fahren zu dürfen. Breite Strasse, bester Belag, Nix los, Jede Kurve einsehbar und super angelegt. Krass. Schräglagen Eldorado.
Nach El Burgo ging es weiter Richtung Ronda. Die Strassen wieder enger, teilweise einspurig und dann wieder alpiner über den Pass.
Ronda wollen wir uns sparen. Jeder fährt dahin, ist bestimmt super schön aber mit den Motorradklamotten bei den heutigen 30 Grad ist nichts schön - außer Fahrtwind.
Was wir allerdings schon sehen wollen, ist die spektakuläre Ansicht von Ronda, das an einen Steilhang gebaut ist. Nach kurzem Rätselraten welche Seite wohl die Steilseite ist (Google maps hilft) wissen wir, dass es die Westseite ist. Also müssen wir dort runter. Gestaltet sich schwierig, wir landen in einem Wohngebiet, dann auf einer vielversprechenden Schotterstraße, die genau da runter geht (am gegenüberliegenden Abhang entlang). Also alles scheint perfekt aber leider, leider taucht ein Sackgassenschild auf. Ab hier Privatgelände . Mist, das ist alles perfekt hier. Einzige Chance: rechts davon geht ein Wanderweg runter. Unten sieht man auch schon wieder die Straße, kann also nicht zu lang sein und sieht ganz machbar aus.
Man muß schon ein bisschen doof im Kopf sein um einen unbekannten Wanderweg, der an der Abbruchkante entlangführt, mit diesen Motorrädern, noch dazu voll bepackt, runterzufahren. Aber wir glauben dran. zur Not irgendwie umdrehen zu können. Und wir sind schon recht spanisch geworden. Die Spanier applaudieren einem höchstens wenn man sie während so eines Blödsinns trifft, anstatt zu meckern. Also los geht's...
Das ist das Bild um das es uns ging. Das konnten wir nämlich tatsächlich von da aus machen. Ronda am Berg. Verglichen mit dem Aufwand (sicher 1.5h) ein klägliches Foto ;)
Dann geht's weiter. Immer an der Steilkante entlang.
Unten ist ein Pferdehof schön gelegen
Naja. Sagen wir mal so: der Weg fing easy an, hat sich im Mittelteil gesteigert und hat knifflig aufgehört.
Uller ist alles gut runtergefahren, ich bin auf den letzten Metern mit dem Lenker unvermittelt am Wanderwegweiser hängengeblieben, was die wackelige Fuhre dann natürlich gefällt hat. Also mal wieder GS aufstellen und Krönchen richten. Meine erste Frage lachend an Uller: Hast Du es auf Video?? Aber er hat leider nur Fotos gemacht.
Unten treffen wir auf den Weg und kommen wieder auf normale Straßen. Mein Navi will dann aber rechts, Uller findet auch dass geradeaus falsch ist. Also fahren wir rechts. Mein BMW Navi hält ja immer an der Route fest, die ich mal gewählt habe und findet dann immer kreative Lösungen um wieder auf diese Route zu kommen. In dem Fall mal wieder eine "unbefestigte Straße". Hmm na gut, besser als zurückfahren also testen wir es. Mutmaßlich sind es nur ein paar hundert Meter. Ich mache trotzdem sofort meine Antischlupfregelung aus. Man weiß ja nie was kommt. Es kommt erst Feldweg, dann ein angepflocktes Pony und dann eine Wasserdurchfahrt. Nix flaches sondern steil runter, 2m breit, tiefes Wasser, dann wieder steil hoch. Mit nem Stein am anderen Ufer der strategisch ungeschickt liegt. Uller fährt zuerst und kommt auf der anderen Seite fast nicht hoch, ich hab ihn schon drin liegen sehen. Das kauft mir zwar Schneid ab, aber was soll ich machen, muss ja auch durch. Also die andere Spur mit dem Stein gewählt und - souverän durchgekommen. Das Problem bei Uller war, dass er den Antischlupf nicht aus hatte, damit kommt man schlammige Hänge aber halt nicht hoch, weil das Moped ständig abregelt.
Also ich merke mir - immer sofort ausmachen, wenn man von der Straße fährt!
Wir sind happy, dass wir trocken geblieben sind und dass wir noch so ein cooles Abenteuer bekommen haben, danke BMW Navi!
Jetzt aber erstmal ne Cola irgendwo! Finden wir und nach längerer Pause die wir zur Bettensuche nutzen, stellen wir fest, dass wir es heute nicht mehr bis hinter Sevilla schaffen. Wir beschließen, es in El Coronil zu versuchen (hat auch ein Castillo also können wir da schlafen ;))
Die Motorräder müssen das erste Mal auf der Straße schlafen aber direkt vor der Polizeistation und hier gibt auch nicht so viele "Bandidos" wie man uns versichert.
Essen ist allerdings eine Challenge. Nichts hat offen. Nicht mal der Supermarkt entgegen der Öffnungszeiten.
Der Barmann einer Bar sagt uns dann aber, dass um 20:30h die Küche öffnen wird. Juhuuu! Wir bekommen tatsächlich was. Und wieder mal tauchen Pferde auf, mitten in der Stadt, alle wieder sehr stylisch, schon anders hier...
Auch anders ist die Spezialität der Gegend, die alle hier zum Bier essen. Ein Glas voller kleiner Schnecken. Erst trinken sie die Brühe, dann werden die Schnecken auf einen Teller geleert und ausgesaugt und die Schalen wieder ins Glas geworfen. Wird auch überall beworben...
Übrigens ist hier heute irgendein lokaler Feiertag- deshalb hatte nichts offen.
So und jetzt schlafen die Mopeds schon und wir auch gleich, morgen mal wieder früh los! 🤣
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