Valence - Barcelona

 Zum Glück war gestern Abend die Bedienung nicht in Partylaune und hat das Licht um 23h abgedreht. Sonst wären wir womöglich mit den Norddeutschen Motorradfahrern versumpft, die in einer Woche Pyrenäen nicht eine trockene Strasse hatten. Statt dessen Schnee. Sie haben großzügig ihre Pizza mit uns geteilt. Ein anderer Typ mit Moped auf dem Hänger war auch noch dabei, der witzigerweise, wie wir auch, nach Monresa musste heute. 

Warum wir überhaupt nach Manresa müssen, ist ja eine Story für sich. Wir hatten ja das Problem eines sicheren Abstellplatzes für Bus und Motorräder 1) während wir in Barcelona sind und Laura besuchen und 2) während unserer Tour (dann nur noch für den Bus). Wie man das heute so macht, habe ich mal in die Internet Off-road Community gefragt, ob jemand was weiss. Und Daniel hat sich dann gleich gemeldet, dass er uns helfen kann. Er ist Husqvarna Händler in Manresa und hat Platz für den Bus. Genial! Dann haben wir das so eingeplant, daher Manresa.

Heute morgen haben wir dann erstmal ein bisschen länger geschlafen. Als der Wecker geklingelt hat und wir mal auf den Füssen waren zeigte der Blick aus dem Fenster Regen, grau in grau und magere 8 Grad. Ich habe mich mit den Sandalen an den Füssen sehr „unappropriately dressed“ gefühlt. Und gleich mal die Strickjacke über das T-Shirt geworfen.



Der Weg nach Manresa war eher wenig abenteuerlich. Geprägt von Wasser das von oben kam, einmal auch in Form von Schneeregen. 


Kaum zu glauben, dass das Wetter in Manresa anders sein soll - 20km vom Schneeregen entfernt. Aber es ist anders. Trocken, blauer Himmel und im Hintergrund Montserrat. Wahnsinnig schön plötzlich alles.

16:30h kommen wir dann in Manresa beim Motor Gas Shop an. Daniel spricht kein Englisch, mein Spanisch ist böse verrostet und deshalb ist es großartig, dass Toni, ein Kumpel von Daniel tatsächlich extra in den Shop kommt um zu übersetzen. Untereinander sprechen die beiden Katalan, also noch weniger verständlich ;-) Wir fragen uns, wo um Himmels Willen hier der Bus parken soll, wir sind mitten in der Stadt, es gibt keinen Hinterhof oder so. Aber es klärt sich auf. Daniel fährt mit uns im Bus zu seinem Lager im Industriegebiet. Da hat es tatsächlich Platz für den Bus. Dort raffen wir in Windeseile unsere Barcelona Taschen und er fährt uns zum Bahnhof. Wir ‚sprechen‘ miteinander eine wilde Mischung aus Spanisch und Italienisch und es funktioniert. Wie unfassbar hilfsbereit kann man eigentlich sein, so etwas für Leute möglich zu machen, die man gar nicht kennt? Aber Daniel ist jemand, der, wie wir auch darauf setzt, dass andere Menschen im Ausland einem helfen und er eben auch hilft, wenn jemand ihn brauchen kann. Ein echter Menschenfreund. Und Motorradfahrer helfen sich eben untereinander…

Wir wissen zwar gar nicht, wie wir uns dafür bedanken sollen, aber freuen uns sehr, dass wir sogar am Bahnhof abgesetzt werden. 

Das nächste Abenteuer besteht aus dem Ticketautomaten. Nicht so einfach. Man kann die Sprache nicht umstellen, der Automat spricht nur Katalan (!).Wir versuchen zu erahnen wie es geht. Probieren mehrere Karten für die Zahlung und siehe da, er spuckt zwei Tickets aus. Schwieriger als das ist allerdings, dass nebendran 2 Nigerianer stehen, die ein Monatsticket kaufen wollen und noch weniger Ahnung haben als wir und fragen ob wir helfen können. Also können wir selber wieder Karmapunkte sammeln. Da wir noch 30 Min Zeit haben, bis unser Zug fährt, probieren wir es. Nach Eingabe einer Registrierungsnummer und einer Handynummer geht es. Der Automat frisst kein Bargeld, also zahle ich mit der Kreditkarte und sie geben mir das Geld. Krass, wir sind schon Profis hier, die Alltagsprobleme halten uns nicht auf ;-)

Noch ein kleines Bierchen und ab in den Zug. 1,5h recht gemütlich durch Spanien tingeln mit hübscher Landschaft ist auf jeden Fall cooler als Autobahn.



Und nach 15 min Fussweg sind wir angekommen bei Laura




Kurzer Einkauf bei Lidl und Abendessen bei Honest Greens. Schön hier zu sein. 



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