Enduro Ligurien Tag 1
Picture of the day:
Endurofahren in Ligurien schlägt Klaus vor. Er hat da mal gelebt und seine Exfreundin betreibt dort einen Motorradverleih mit geführten Touren und Kursen. Klaus könnte uns guiden so der Plan. Also schauen wir uns mal nach Häusern in der Gegend um. Nicht weit entfernt findet Uller ein großes Haus mit Pool und 7 Zimmern. Perfekt für unsere letztjährige Ötztalgruppe. Also schauen wir wann das Haus frei ist, fragen in die Runde wer mitkommen will und - kaum zu glauben - alle wollen es möglich machen. Mit home office, mit Überstunden, mit Urlaub. Am Ende sagen alle zu und wir buchen das Haus und natürlich auch die Endurotour. Geplant sind 2 Tage off-road auf der Ligurischen Grenzkammstrasse / Via del sale.
Das Haus ist genial. Ein ehemaliges Agriturismo mitten in den Olivenhainen. Wir haben eigene Hühner deren Eier wir holen können und viele Zimmer und Bäder.
Samstag - Mittwoch gibt es Wander, MTB und Chill-out Programm. Auch am Pool, aber es ist recht frisch insgesamt für die Jahreszeit. Am Donnerstag und Freitag wollen wir dann die Fahrtage machen. Klaus hat noch die Preise verhandelt und darf uns leider nicht guiden, wir müssen also noch einen offiziellen Guide nehmen. Im Nachhinein gut, denn Klaus hat noch mit Corona Spätfolgen zu kämpfen und kann nicht nach Ligurien kommen. Ich habe mir in der Woche davor den Finger in der Bus-Schiebetür eingequetscht und war auch nicht sicher ob ich fahren kann aber am Dienstag entschieden, dass es geht.
Nachdem Klaus abgesagt hat und wir den Wetterbericht noch das 101. mal gecheckt haben, halten wir eine Konferenz der Enduristen und wollen wir schon fast absagen. Uller und ich votieren dafür, dass es unfair wäre, jetzt abzusagen aber so richtig Lust hat fast niemand mehr, weil das Wandern und MTB auch so super sind. Und weil keiner Lust hat bei Regen zu fahren. Naja, vielleicht wird es ja doch gut, wir ziehen jedenfalls durch.
Donnerstag morgen wachen wir auf und hören den Regen draussen. Na super, direkt im Regen starten war nicht der Plan. Wir überlegen ob wir direkt anrufen und verhandeln, was es kostet, wenn wir eine No-Show machen. Weil wir jetzt eh schon wach sind (oder vielmehr auf sind, wach ist niemand - der Vorabend war wieder zu lang und zu lustig), entscheiden wir hinzufahren, mal Hallo zu sagen und dann dort irgendwo in einem Café zu warten, bis es aufhört zu regnen. Na dann. Alles im Regen ins Auto geladen und 45 Min nach Casanova Lerrone gefahren. Uller wird zum verhandeln vorgeschickt. Das macht er nicht so gut, denn das Ergebnis ist: da drin gibts Kaffee und danach fahren wir. Rainer ist die Begeisterung im Gesicht abzulesen. Wir sind ja eigentlich alle Schönwetterfahrer, Uller und ich müssen auf unseren Touren schon öfter mal durch den Regen aber Rainer kann normalerweise Regen vermeiden. Aber wir ergeben uns alle in unser Schicksal und ziehen uns um.
Der Plan ist, heute was Richtung Meer zu fahren, denn oben auf der Grenzkammstrasse ist es kalt und extrem neblig. Der (italienische! Und nur der italienische!) Wetterbericht behauptet, dass es ab vormittags aufhört… also gehts nach dem Kaffee rauf auf die Betas. Hoch wie immer aber immerhin 4 Takt. Trotzdem viel zu laut. Der Guide hatte uns gefragt was wir fahren wollen, denn das Problem in Ligurien ist, es gibt entweder einfach oder extrem - nichts dazwischen. Dann doch lieber einfach, Thom, der ja eigentlich keine Enduroerfahrung hat (die erste und letzte in Andalusien war ja eher schmerzhaft) ist glaub dankbar ob dieser Aussage.
Wir fahren also durch den Wald auf Schotter, dann durch eine Art Baugrube (nackte Erde, sehr schlammig) und wieder durch Wälder. Die Probleme bestehen vor allem aus den Querhölzern (dicke Rundhölzer die den Weg stabilisieren) und Schotterserpentingen bzw. der Kombination aus beidem. Denn die Querhölzer sind extrem rutschig was dann in der Kurve eher ungünstig ist. Muss Thom dann feststellen. Erstes Moped liegt. Ich hab Schwung verloren, weil ich zu weit in die selbe Kehre reingefahren bin und kann da nicht anfahren also - zweites Moped liegt. Dann kommen wir zu einer Kehre im Wald, nach der es ordentlich steil hoch geht. Roberto, unser Guide erklärt uns vorher - zweiter Gang, viel Kupplungsspiel und dann so gleichmäßig wie möglich hochfahren. Ich hadere schon vorher mit der Ansage, ich fahre sowas immer im 1. Gang. Und bekanntlich klappt gar nichts, wenn man schon selber nicht dran glaubt, also liegt das Motorrad schon wieder, weil es ausgegangen ist. Mal wieder nicht rechtzeitig die Kupplung gezogen, wie schwierig ist das eigentlich, caramba! Die Stelle wäre ich locker gefahren, wenn ich es im ersten Gang gemacht hätte. Zusätzliche Schwierigkeiten bieten felsige Stufen in Kombination mit nassen Baumwurzeln. Eigentlich bringt das Regenzeug nichts denn der Regen macht uns dann zwar nicht nass, aber wir sind von innen pitschnass geschwitzt.
Zeit fürs Mittagessen. Insgesamt hat in der Gegend sehr wenig überhaupt geöffnet, der Guide hat aber, nachdem Plan A schon ausgebucht war, Plan B und wir bekommen in Villafranca, direkt gegenüber vom größten Fiat 500 Club Italiens, leckeres Essen (3 Gänge!) und können trocknen. Und noch während wir Essen, kommt tatsächlich die Sonne raus! Der Nachmittag wird wie versprochen trocken. Weiter gehts also. Thom ist eigentlich schon ziemlich platt und dehnt sich schon die Hände, denn die krampfen schon. Direkt nach dem Essen gehts zurück in den Wald über eine Holzbrücke. Roberto fährt schwungvoll um die Kurve und packt sich genauso schwungvoll auf die Brücke. Das dritte Moped liegt also auch. Die Holzbrücke ist die reinste Schmierseife!
Das ist Thom wie er sein Mittagessen verdaut:
Kurz danach kommt eine Wasserdurchfahrt. Der Guide nimmt die mittlere Linie. Schlechte Wahl. Die ist krass tief und er wäre fast abgesoffen. Auf der anderen Seite angekommen geatikuliert er wild, dass wirbunbedingt weiter links fahren sollen. Rookie Thom ist also der nächste. Er fährt die linke Linie von der niemand weiss, ob sin gleich tief, flacher oder womöglich noch tiefer ist... er hat Glück. Etwas flacher und er schafft es unbeschadet ans andere Ufer. Der Rest der Truppe auch.
Den restlichen Nachmittag fahren wir irgendwo zwischen Villafranca und Borgomaro durch die Wälder und Olivenhaine - immer mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Rainer ist völlig fassungslos wieviel Spaß es machen kann, im Regen zu fahren. Auch wenn nasse Trails einfach 2 Stufen schwieriger sind als Trockene.
Unser deal ist, dass Roberto mit uns nach Borgomaro fährt, wir die Mopeds über Nacht behalten und er uns morgen wieder am Haus abholt.
Als wir um 17h am Haus ankommen sind wir alle platt aber glücklich und beglückwünschen uns dazu, es durchgezogen zu haben.
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