Enduro Ligurien Tag 2

Picrure of the day:



Viel zu früh! Finde ich, als der Wecker klingelt. Obwohl wir ja eine südländisch erträgliche Uhrzeit mit Roberto vereinbar haben. 9h ist Start. Aber heute wollen wir mal lieber noch was frühstücken, das Fahren kostet viele Körner… und vor allem Wasser mitnehmen, gestern hatten wir nichts dabei, das war superdämlich. Immerhin stehen wir nicht alleine auf, auch Biggi baut schon ihr erstes Spiel auf...





Nachdem Roberto da ist, fahren wir kurz Tanken und dann ab in den Olivenhain und auf die Wanderwege. Leider bekennt Uller später, dass er diese Passage nicht mitgefilmt hat (er experimentiert zum ersten Mal mit der Insta 360 Kamera) wir erschlagen ihn fast dafür, denn die war sehr abgefahren, der Wanderweg auf der Terrasse durch die Oliven wurde zur Wiese, ging an einer Mauer vorbei und war dann quasi nur noch lenkerbreit. Ziemlich verwegen.

Da Thom direkt vor mir fährt und gestern so derartig platt war, versuche ich heute ihn ein bisschen zu coachen damit er besser mit seiner Energie haushalten kann.

Dann ein Stück auf der Strasse um Meter zu gewinnen Richtung Berge. Und wieder ab in den Wald, Im Wald stehen überall kleine Fiat Pandas und laufen Leute mit Körben rum. Es ist Pilzsaison und alle jagen Porcini (Steinpilze). Wie immer im Süden wird man freundlich gegrüßt oder ignoriert aber niemals gibt es negative Begegnungen.

Wir kommen zum ersten Aussichtspunkt. Boah, was für ein Ausblick. In die eine Richtung die hohen Schneebedeckten Berge, in die andere Richtung das Meer. Die Gegend ist einfach mega. 


Weiter gehts an einer Kuh vorbei und an Berghöfen. Dann durch einen kurzen Tunnel, und an einer Truppe Pferde durch einen langen Tunnel.









Als es in einer Kurve wieder etwas bergab geht, sehe ich rechts aus dem Augenwinkel einen Pilz unter der Nadelschicht rauswachsen und im nächsten Moment Robertos Moped das er an den Hang geworfen hat, weil auch er die Pilze entdeckt hat. Steinpilze. 4 Riesendinger quasi ohne Schneckenfrass. Wahnsinn. Roberto bekommt sich gar nicht mehr ein vor Freude. Wir haben Probleme die unterzubringen in den kleinen Rucksäcken aber wo ein Wille ist, gibt es Möglichkeiten. Thom nimmt Robertos schweres Werkzeug und Roberto dafür die heiligen Pilze :-)


Ab da werden jedem (wirklich jedem: Wanderer, Motorradfahrern, Tankwarten, …) die Pilze präsentiert.


Auf der Grenzkammstrasse haben wir das erste Mal auch andere Mopeds. Diese alte Militärstrasse aus dem 1.Weltkrieg ist ziemlich rumpelig und es ist fast unmöglich, ganz weich am Lenker zu sein. Den höchsten Punkt erreichen wir dann am 

Saccarello mit seiner Jesusstatue. Frisch hier oben!



Aber beste Sicht. Und alles voller Aufkleber auf der Statue, wir entdecken den Aufkleber von Enrico (loose screw) und erzählen Roberto die Geschichte vom Baden - Württemberg Aufkleber „Nett hier, aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?“. Noch während Thom die Geschichte erzählt spotte ich den Aufkleber schon. Wäre ja auch irgendwie komisch, wenn der da nicht irgendwo kleben würde.


Jetzt aber schnell runter zum Essen. Noch 30-40 Minuten sagt Roberto, dann sind wir dort. Nur hat er die Rechnung ohne unsere Chaotengruppe gemacht. Als erstes sorgt er selbst für die erste Verzögerung, als er plötzlich mit einer schnellen Wende einer nagelneuen Husqvarna Norden hinterherfährt. Es ist ein Kumpel von ihm aus Monaco. Der fährt dann ab da mit uns bis zum Mittagessen. Die nächste Verzögerung geht auf Ullers Konto, er hat nämlich irgendwo die Insta 360 verloren, weil die Halterung abgebrochen ist. Also suchen Thom und er die Kamera, Roberto schiesst noch quer die Bergwiese hoch und sucht mit. Irgendwann findet Uller sie dann endlich. Jetzt aber zackig zum Essen! Thom ist allerdings zu zackig unterwegs. Kaum sind wir auf Asphalt zurück wirft er sich in eine - leider steindurchsetzte- Almwiese. Damit er da reinkommt hat er noch den Elektrozaun durchgerissen. Das Moped hat er draussen auf dem Asphalt in der waagerechten geparkt. Bei der Rekonstruktion des Hergangs einigen wir uns darauf, dass er gesehen hat, dass Roberto den Fuß runtergenommen hat (von Thom als Ausrutschen interpretiert, von Roberto gemacht um zu checken wie rutschig die Fahrbahn ist). Durch die Interpretation verunsichert, bremst Thom, bekommt dadurch zu viel Aufstellmoment und muss dann zu viel bremsen was der Untergrund nicht hergibt. Daher ist er ins Grüne geschlittert. Es wäre wohl völlig harmlos ausgegangen, wenn da nicht die großen Steine gelegen hätten. Auf einen ist er seitlich mit dem Oberkörper eingeschlagen. Genau da, wo kein Protektor einen schützt. (Nachtrag: eine gebrochene Rippe). Aber Hunger hat er trotzdem, also fahren wir jetzt deutlich vorsichtig vollends runter zum Gasthof.


Auch hier gilt es wieder von innen zu trocknen, heute haben wir die Regenjacken wegen der Kälte an und auch heute hat es mal 20 min kurz geregnet. Aber seit der Rumpelpiste ist es wieder schwitzig drunter geworden.


Im Restaurant sind die Pilze auch ein großes Thema und andere Gäste wollen sie auch sehen und fotografieren. Verrückte Italiener ;-) 25 kg kosten Porcini auf dem Markt per Kilo und der größte von uns hat 700g (hat der Koch im Restaurant gleich gewogen).





Das Essen ist wieder lecker und lehrreich, denn auf dem Fernseher im Gastraum läuft der Segelcup in Barcelona und wir lernen alle, dass heutzutage auf dem Schiff Radfahrer beschäftigt sind, die die ganze Zeit wie doof radeln um den Hydraulikdruck oder die Energie für das Segelsetzen usw aufbringen zu können (WTF!?)


Der Nachmittag verläuft dann ohne größere Vorfälle bis zurück nach Casanova Lerrone über den üblichen Mix aus Asphalt, Olivenhain und Waldweg / Wanderweg. Traumhaft schön. Und als wir wieder im Dorf ankommen strahlen wir wieder vor Glück. Und Roberto präsentiert Enrica stolz seine Porcini.




Wir stellen auf dem Heimweg mit dem Auto fest dass Ligurien ein würdiger Ersatz für Andalusien ist. Naja, vielleicht besser eine würdige Ergänzung :-) 



Comments

  1. Das war so super... wann fahren wir wieder hin??? 😍😍😍

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