ACT Tag 7 : Mogadouro - Bragança

 Picture of the day: 

Wir verlassen unsere Tiefgarage und fahren raus an die Tankstelle. Schon lustig diese Orte. Die Städte hauen hier irgendwie sehr viel Geld für Anlagen raus - Grünanlagen, Wasserflächen, Hallen usw. für nicht so viele Bewohner. Der französische Wirt von gestern meinte Mouradouro hat 5.000 Einwohner, das Umland nochmal 5.000. Aber im Juli und August sind es 40.000, weil die ganzen Exilbewohner die in den Städten und im Ausland arbeiten, dann alle kommen.  Dann steppt hier wohl der Bär... 

Erstmal kommt eine kleine Ortsdurchfahrt. Ich denke so bei mir- hier ist doch echt überall die Zeit stehen geblieben. In dem Moment fahren wir an der Dorfkirche vorbei, ich schau auf die Turmuhr - die Zeit ist tatsächlich stehengeblieben...  

Am Ortsausgang will ein Hund Ärger mit Marcos Motorrad anfangen und versucht immer die unterste Tasche oder den Stiefel zu beißen. Ich weiß nicht recht ob ich lieber dicht auffahre, um den Hund abzulenken oder Abstand halte, Marco wechselt die Spur und wegen einer Matschpfütze bekommt der Hund eine Dusche. Stört ihn auch nicht Marco gibt dann Gas und haut hinten eine Ladung Steine raus, die der Hund abbekommt und dadurch endlich ablässt.  (Später diskutieren wir, dass wir uns lieber zusammenrotten in Zukunft - damit der Hund nicht auf einen zielen kann, sondern hin- und herrennt.)

Gerade als wir weiterfahren wollen, kommt eine Schäferin und gestikuliert -  wir sollen rechts ranfahren und die Motoren abstellen (hätten wir eh gemacht) - während sie telefoniert und mit ihrem Schafen vorbeizieht. 



Es geht mal wieder zu Windrädern hoch. Diesmal stressen mich die steilen Spitzkehren. Ich bin noch nicht richtig wach und stelle mich heute irgendwie doof an. Blickführung schlecht, keine Schräglage, Gewicht nicht ordentlich außen und die Kupplung ignoriere ich auch noch.  Aber immerhin schöne Landschaft :)

Uller fällt ein, dass wir mein ESA (elektronisches Fahrwerk) einstellen wollten. Ich hab null Ahnung davon, aber wir bekommen es hin, dass die ganze Kiste viel tiefer ist. Jetzt komme ich mit beiden Beinen gut auf den Boden. Ganz neues Gefühl! Aber es fehlt hat dafür Bodenfreiheit... mal sehen ob es so geht..

Heute haben wir wieder die Wahl, die leichtere oder die schwerere Variante zu fahren.  Da wir zu dritt und nach so vielen offroadtagen auch routiniert sind, entscheiden wir die jeweils Schweren zu probieren (auch wenn ich davor heute Respekt habe, weil ich ja so doof rumgurke) Normalerweise sind diese 2 schwierigen Varianten ja, wenn man "richtigherum" fährt, am ersten Fahrtag. Dann ist das nochmal eine ganz andere Challenge, wenn man noch verkrampft auf dem Moped sitzt. (Mein erster Fahrtag auf dem Moped, als wir in Spanien gestartet sind, war schlimm, ich hab das Ding um jede Kurve getragen onroad wie offroad- da hätte ich niemals eine schwere Variante gewählt 🤣)

Zu der ersten schweren Option geht es erstmal an uralten Korkeichen vorbei...



Dann über steile Spitzkehren zu einer alten römischen Brücke (Ponte de Algoso)
Die unterste Spitzkehre verführt mich fast meinen Lady Joker zu ziehen und einen der Jungs zu fragen mir das Moped runterzufahren. Die Spitzkehren klappen ja heute eh schon nicht und diese hat zu Beginn gleich eine doofe Stufe und geht dann über Felsen nach links. 
Ich raffe meine Mut zusammen und bekomme es hin. Aber Selbstsicherheit hat es mir trotzdem nicht gegeben. Dann über die Brücke und dahinter kommt die fiese Stelle- erst große Steine (da merke ich die fehlende Bodenfreiheit) dann eine Kehre nach rechts mit Steinstufen für die ich mir jetzt ein Trial-bike wünsche. Bis ich da oben bin, schwitzen wir alle. Erst rutscht der Reifen beim manövrieren weg, also wieder aufheben. Dann die erste Stufe, dann die nächste, meine Kupplungsarbeit ist bescheiden, die ganze Zeit geht die Karre wieder aus. Aber irgendwann bin ich oben.  Uller und Marco haben heute gute Tage und kommen ohne Probleme hoch. Ok, erste schwere Stelle hinter uns gebracht.  Wie immer sieht es auf Fotos nach gar nichts aus (aber es tröstet mich, dass alle die diese Stelle kennen, sie als sehr schwer empfunden haben und beeindruckt waren, dass wir das mit den großen Mopeds überhaupt hinbekommen haben) 







Nach meinem Desaster ändere ich 3 Sachen.  Ich arbeite bewusst mit der Kupplung, Schärfe die Blickführung und lege das Moped schräg. Und siehe da,  es geht wieder.  Puh... 

Dann kommt die zweite schwere Stelle. Gleiche Art, wieder steil zu einer römischen Brücke runter uns auf der anderen Seite wieder steil hoch.  Ich besinne mich drauf,  dass ich eigentlich gut Spitzkehren fahren kann und es klappt ja jetzt eh wieder alles besser. Entsprechend funktioniert das diesmal gut.  Und ich frage mich, was bei dieser Stelle eigentlich schwierig sein soll.  Das ist eher normales ACT Niveau. Aber auch gut. Einmal am Tag Nassschwitzen reicht ja ;)





Beide Brücken sind auf jeden Fall lohnend schön!

Und dann geht es schon auf Bragança zu und wir merken,  dass hier hat ein Ende.



Was normalerweise der Startpunkt ist, ist für uns das Ende. Die Burg in Bragança. 

Da wir eh zur Mittagszeit da sind,  kehren wir direkt dort ein und machen ein langes, letztes gemeinsames Essen. Wir sind alle wirklich traurig,  dass wir uns hier und jetzt trennen müssen.  Nach 6,5 gemeinsamen Tagen sind aus Fremden Freunde geworden und wir waren ein super Team das toll zusammen gepasst hat.

Und jetzt fahren wir zu zweit wieder zurück nach Manresa, holen unseren Bus, machen uns noch 2 schöne Urlaubstage irgendwo am Meer auf dem Heimweg und dann ist das Abenteuer auch schon wieder vorbei.

Marco hat noch ein bisschen und will noch den ACT Pyrenäen machen.  



Morgen mache ich noch ein Resümee ACT Portugal und dann endet hier die Berichterstattung ;)

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