ACT Tag 9 Berat- Leskovik

Bild des Tages:

Weil wir uns in Zivilklamotten zum Frühstück verabredet hatten, kommen wir erst spät weg. Frühstücken, Ketten schmieren, packen,… dann erstmal tanken fahren. und albanische Kinder auf deutsche Motorradmarken primen.

Und Thom will uns ja noch die Burg zeigen, also fahren wir da noch hoch. Durch die Touristen mittenrein. Thom lots uns durch die Gässchen bis ans Ende zur Aussichtsplatform. Dort lassen wir die Mopeds dekorativ stehen.

Schon lustig, in Deutschland würde man uns beschimpfen, dass wir hier fahren und hier gibt es wieder nur lauter Daumen hoch. Nach einem Becher frischer Feigen beim Obstverkäufer der etwas deutsch spricht, weil seine Tochter Radiologin in Nürnberg ist, fahren wir bis zu einem der Aussichtscafés, weil jetzt ist es ja eh schon egal und wir sind furchtbar spät dran. Also Cappucchino. Und ein kurzer Blick in booking und AirBnB und Google Maps. Der zeigt allerdings Problematisches, es gibt gar nicht viele Möglichkeiten in Leskovik zu übernachten. Besser also, wenn wir das gleich fix machen. In den letzten Tagen ist es öfter mal passiert, dass wir etwas gespeichert hatten, was wenige Stunden später schon weg war. Also schreibe ich einem AirBnB Menschen der dann ewig nicht antwortet und als er antwortet sagt, dass der Preis, der drin steht viel zu billig sei und es das doppelte kostet. Nööö, dann buchen wir halt die Hütte auf einer Camping Farm die beengt für uns 4 ist, aber gut bewertet und günstig. Das ist also schon mal fix. Und Uller findet tatsächlich noch einen Wasserschlauch um seinen Öl/Luftkühler abzuspritzen, weil der so zugestaubt ist, dass quasi keine Luft mehr rein geht.

Thom macht sich auch noch nass, um seine Klamottenkühlung zu haben. Lange Rede kurzer Sinn es ist 12:30h als wir loskommen! Schnell ist klar, dass wir mal die erste Etappe fahren und dann mal sehen - vermutlich recht zügig direkt nach Leskovik.

Aber erstmal losstarten. Nochmal durch Berat und ab auf den Track. Keine 10 Meter kommen wir weit als eine Absperrung kommt, hier kommt kein Auto durch, aber für uns geht es. Es folgt eine Baustelle. Über 60 km lang. Die längste Baustelle Albaniens vermutlich…In unterschiedlichen Vorbereitungsstufen, von Bohrmeisseln die dem Fels Fahrbahn abgewinnen wollen, zu Betonierarbeiten am Rand zur Befestigung bis hin zu fertig geteerten Abschnitte. Einmal rollen 3 Riesenkugeln auf die „Fahrbahn“ weil der Bagger, der 10 Meter über uns ist, die runtergeschubst hat. Die Raupen, Bagger, Walzen machen uns alle bereitwillig Platz. Es gibt übrigens keinen Bauarbeiter hier, der keine Kippe im Mund hat. An der Landschaft neben uns können wir nur erahnen wir schön es hier mutmaßlich einmal war. Jetzt ist es eine Wunde die diese Strasse in die Landschaft reißt, aber das ist wohl der Preis der „Zivilisation“.

Irgendwann ist aber auch die längste Baustelle zu Ende und wir brauchen dringend eine Cola. Und ein paar Chips für den Salzhaushalt.

Und ich muss die lästige Kühlweste loswerden, die funktioniert für mich gar nicht, mag schon sein, dass das Wasser kühlt, aber der dichte Stoff verhindert andererseits dass Wind durchkommt. Dann lieber Thoms Patent - einfach die Ortema und das Jersey nass machen. Mittlerweile sind wir 3 Stunden Baustelle gefahren, es ist Nachmittag und es ist klar, dass wir jetzt einfach ziemlich zügig nach Leskovik fahren. Immerhin können wir die offizielle Umfahrung nehmen und haben damit doch den Track gefahren. Die Idee, die wir über den Tag hatten ist, zwei Nächte in Leskovik zu schlafen. Einmal fahren wir die einfache Strecke hin, laden alles Gepäck ab und fahren dann am nächsten Tag wieder zum schweren Einstieg. So der Plan.

Sobald wir auf der Strasse sind, wird die Landschaft sehr malerisch, wunderschöne Berge, felsige Landschaften, eine wunderschöne Schlucht auf der Rafting angeboten wird. Und es gibt auf einmal wieder Touristen. Motorräder, Fahrräder, Deutsche Autos. Und wir fahren durch eine Ecke die unbedingt ein Klettermekka werden muss falls sie noch keins ist, ich muss das mal checken und ansonsten eins draus machen ;-)

Unser Track geht dann auf eine alte Rumpelpiste aber auch sehr malerisch bis nach Leskovik.

Danach müssen wir noch ein paar Meter bis zu unser Camping Farm fahren. Hier sieht die Landschaft fast aus wie zuhause auf der Alb.

Wie schön, dass wir jetzt hier sind und sogar zwei Nächte! Aber erstmal duschen und Abendessen! Traditionelles Essen, wieder lecker. Was es hier hartnäckig nirgends gibt, ist übrigens Schwarztee. Leckerer Wein ist auch eher rar.

Dann schauen wir mal was der morgige Tag so bringt, der mit hard+ bewertet ist. Und wie Ullers Reifen dann morgen aussieht…


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