Saranda - Durrës, TET Albanien

Bild des Tages:

Wir wollen heute früh los also klingelt der Wecker um 7. Bis wir fertig gepackt haben ist es dann schon 8h und wir wollen frühstücken gehen. Der Kellner sagt freundlich dass es Frühstück erst ab 7:30h gäbe, wissen wir aber es ist ja schon spät. Ich frage ihn wieviel Uhr jetzt sei, er antwortet dass es kurz nach 7 sei. Unser Handy behauptet aber kurz nach 8. Wir sind maximal verwirrt. Als ich das in den Status poste mit Bitte um Erklärung kommt postwendend ein kluger Hinweis, nämlich die Frage ob wir noch in Griechenland sind. Nein, sind wir zwar nicht aber sehr nah, vermutlich haben die Handys sich in das griechische Netz eingebucht und das erklärt dann die Stunde. Somit müssen wir zwar aufs Frühstück noch kurz warten aber immerhin sind wir dann trotzdem richtig früh dran. Auch gut.

Wir suchen erstmal einen Geldautomaten den die Lekë werden knapp. In diesem Land geht fast alles nur bar. Kartenzahlung ist sehr selten möglich. Außer man hat reichlich Lekë in der Tasche, dann geht natürlich auch Karte.

Danach volltanken und los auf den TET. Der geht erstmal über Strasse, dann trinken wir noch einen gemütlichen Cappuccino mit bester Aussicht

dann geht es ins Gelände und am Meer entlang, und gleich zur Sache aber mit bester Aussicht.

Nochmal ein kurzes Stück Strasse dann geht es hoch in die Berge. Mit grobem Schotter, Tiefblick und allem was direkt warm macht obwohl es eh schon heiß ist. Entsprechend findet es die BMW auch zu heiß und zeigt Uller eine Warnung an, sie beruhigt sich aber gleich wieder. Zum Glück.

Am Ende der ca. 20km Strecke sind wir in Kuc und brauchen eine Pause zum erfrischen. Kaum sitzen wir, kommen 3 andere deutsche Mopeds angefahren. Wir tauschen uns aus und empfehlen vielleicht nicht die endlose Baustelle vor Berat zu fahren.

Wir selbst fahren danach direkt wieder vom TET weg auf eine kleine Kurvenstrasse die sehr hübsch ist und Richtung Flier geht. Einziges Problem- der Strassenbelag. Wenn mal nicht etwas AUF dem Belag das Problem ist und rutscht dann der Strassenbelag selbst. Der ist in einer Kurve so gnadenlos rutschig dass Uller ganz Thom Style einfach einen Seitruscher macht. Da es bergauf geht rutscht er nur ein paar Zentimeter. Also Strassenfahrer kommen in Albanien eher nicht auf ihre Kosten. Die Straßen hier lassen sich nicht ausreizen…

Wir haben tolle Kurven aber irgendwann bleibt Uller mal stehen und wundert sich, was das für Türme sind, wir sind uns einig, ganz klar Ölfördertürme. Manche Pumpen bewegen sich und es stehen gammelige Ölfässer daneben. Das sieht alles mehr als in die Jahre gekommen aus! Und es stinkt nach Öl. Krass. Als wir weiterfahren entdeckt Uller einen schwarzen Ölfluss, hier läuft alles einfach in die Natur. Es ist eine gigantische Umweltkatastrophe und Uller ist es richtig schlecht. Weniger vom Ölgeruch als von der Erkenntnis was das hier für die Umwelt bedeutet. Und mittendrin leben hier Menschen. Krass, krass, krass.

Wir recherchieren später beim Abendessen, dass wir durch das größte On-Shore Ölfordergebiet Europas gefahren sind und in der Tat alles veraltet, marode und eine große Katastrophe ist. Aber auch heute noch wird viel Öl hier gefördert und es wird weiter investiert.

Weiter unten im Tal kommen wir an den Fluss Vjosa der Unesco Schutz genießt.

Dann kommen wir nach Fier. Hier fällt direkt ein Mega Kraftwerk ins Auge mit alten Kühltürmen und vielen Ruinen. Das war mal das größte Heizkraftwerk Albaniens, verfällt aber und ist heute ein großer Lost Place.

Ab Flier packen wir uns auf die Schnellstraße um Meter zu machen Richtung Durrës, das wollen wir heute erreichen. Selbst die Schnellstraße ist ein Abenteuer, hier sind 90 erlaubt, aber auf der Strasse rennt alles rum, Fußgänger, Fahrräder und an einem der Kreisverkehre an dem andere große Schnellstraßen kreuzen wird im Kreisverkehr sogar Obst verkauft, am Straßenrand gibt es dafür wieder überall gegrillten Mais. Schon verrückt hier.

Nach einer Stunde auf der Schnellstraße erreichen wir Durrës, ein ziemlicher Moloch mit Bettenburgen. Aber wir finden ein Hotel mit Meerblick für eine Nacht und essen nach dem kitschigen Sonnenuntergang und einer wohltuenden Dusche gewohnt lecker ein Meeresfrüchte Risotto.

Der Tag war doch lang und wir sind echt platt. Ich freu mich aufs Bett!


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